Premiere: devot oder dominant?

Größtenteils besuchen mich die ‘üblichen Verdächtigen’. Wollen immer das gleiche sehen und der Ablauf unterscheidet sich kaum.
Mein gestriger Gast begrüßte mich mit dem Satz: ” Ich bin etwas devot und stehe auf anal”. Das etwas wollte ich natürlich genauer erklärt haben. Ich dachte man ist devot oder eben nicht, aber etwas? Eine Erklärung bekam ich nicht, nur die Gegenfrage, wie es denn bei mir damit aussehe. “Ich weiß es nicht” antwortete ich ihm. Da unterbreitete er mir den Vorschlag es einfach mal auszuprobieren und ob ich denn den devoten Part übernehmen wolle oder den dominanten. Ich entschied mich für devot und schickte aber gleich die Frage hinterher “Was ist, wenn ich etwas nicht machen möchte?”. Nicht gerade eine Frage für jemand der gleich devot sein will. Da er sich aber sehr viel Zeit für mich nahm, sah ich hier die Möglichkeit das für mich einfach mal auszuprobieren.
Er: ich mache langsam ok?
Ich: ok
Er: Toys da?
Ich: bin eher selten hier, daher nix (Ich log, mir war heute so gar nicht nach einem Dildo)
Er: Wäscheklammern?
Ich: nein, habe ich noch nie gebraucht, besitze einen Trockner
Er: hehe ok
Ich: tut mir leid (okay, wenn das klappen soll, dann muss ich mich jetzt aber anstrengen)
Er: gut, du schreibst jetzt nicht mehr und machst was ich sage
Ich: ok
Jetzt kamen jede Menge Befehle, die ich alle brav befolgte.
Er: setzt dich zurück
Er: ziehe deinen Rock hoch
Er: mit dem Rücken an die Lehne und Knie anwinkeln
Er: Füße zusammen und Knie auseinander
Er: brav so
Er: mit dem Zeigefinger unter den Slip
Er: ziehe ihn aus
Er: wie fühlt sich das an?
Ich: ja, ungewohnt, aber okay
Er: gut
Er: wieder setzen
Ich: ja
Er: schiebe den Zeigefinger tief rein
Er: mache die Brust frei
Er: nimm den Zeigefinger raus und streichle die Warze
Er: wieder rein
Er: lecke deinen Finger nass und streichle langsam ums Poloch
Er: nimm beide Hände und ziehe die Backen auseinander
Er: brav
Er: stecke einen Finger rein, ganz langsam
Ich: nein, tut mir leid (Hier war jetzt Schluss für mich)
Er: ok, hat gereizt?
Ich: war interessant, ich danke dir auf jeden Fall für das Ausprobieren! Und dich?
Er: das war wirklich nur Basic, mich reizt jetzt dich als Dom
Ich: okay, wie prüfe ich, ob du es auch tust
Er: hab Cam
Ich: okay, dann schalte sie mal an
So, jetzt mal Rollentausch! Befehle entgegen zunehmen war ja ganz nett, brachte mir aber rein gar nichts. Passiv zu sein finde ich zwar recht gut, jedenfalls ab und an, das hat bei mir aber mehr mit Faulheit zu tun.
Und jetzt sollte ich den dominanten Part übernehmen. Keine leichte Aufgabe bei dieser Materie, die mir doch so fremd ist.
Als erstes ließ ich mir sein Zubehör zeigen. Er holte eine Schnur vor, zeigte mir zwei Wäscheklammern und einen Stift. Dann sollte er sich ausziehen und musste sich vor mir präsentieren. Ich begutachtete alle seine Seiten inklusive seines Pos und seiner Genitalien. Letzteres ließ ich mir sehr lange zeigen. Damit schindete ich etwas Zeit und versuchte mir so manchen Beitrag von Chatlady ins Gedächtnis zu rufen.
Okay, als erstes ließ ich ihn den Hoden abbinden. Meine Idee kam mir zwar nicht gerade neu und außergewöhnlich vor, aber was sollte ich ihm sonst sagen. Da noch Schnur übrig war, sollte er mit dem Rest auch noch seinen Penis mit abbinden. Als nächstes kamen die Wäscheklammern dran, jeweils eine kam an eine seiner Brustwarzen. Seine Handgriffe waren gekonnt und für seine Ausführungen bekam er jedes Mal mein wohlwollendes “gut” zu lesen.
Ich ließ ihn aufstehen und er sollte dabei die Klammern etwas drehen, nebenher konnte ich so einen Blick auf sein abgebundenes Stück werfen und sehen, ob sich dort schon etwas tut. Es hatte nicht einmal die waagerechte Position eingenommen. Ja, vielleicht etwas angeschwollen, aber ob das nun am Abbinden lag? Ich war verunsichert, deshalb fragte ich ihn, was er fühle. “Geil” schrieb er mir. Hmm, für mich sah es jedenfalls anders aus … .
Ich ließ ihn den Stift nehmen und er sollte an seinem Penis damit entlangfahren. Hier gab es den ersten Moment, der mich sogar nicht unberührt ließ! Dann noch ein letztes Mal an den Klammern spielen, bevor er sie mit an den Hoden klemmen sollte. Dann fiel mir plötzlich sein erster Satz ein “… devot und anal.” So ließ ich mir nochmal seinen Po zeigen, Backen auseinander und ich hatte das Gefühl, seine Vorfreude auf das Kommende durch die Cam zu spüren. Er durfte sich nun den Stift in den Anus einfügen. Da stand er nun in gebückter Haltung, hinten drin den Stift und vorne der abgebundene Hodensack mit den Klammern dran. Er sollte mir beschreiben, was er nun fühle und bekam von ihm ein “ich muss bald spritzen” zu lesen. Da es vorne immer noch nicht ganz waagerecht aussah, durfte er seinen Penis aus der Schlinge befreien, musste aber aber als Gegenleistung dafür die Klammern vom Hoden an die Vorhaut setzen.
Meine Startschwierigkeiten waren mit der Steigerung seiner Lust verflogen. Ich ließ ihn den Stift noch ein wenig hinten drin drehen, dann sollte er seinen Penis noch etwas bearbeiten, noch einmal den Hoden etwas fester abbinden, bevor er gleich kommen durfte.
Ich: massiere zusätzlich deinen Hoden
Er: muss gleich spritzen
Ich: noch kurz massieren
Ich: und mit dem Zeigefinger über die Eichel gleiten
Ich: ja schön, warte noch kurz … warte … und jetzt zeige mir, wie geil dich das gemacht hat!!!
Ich: ja
Ich: sehr guut
Vor ihm lag ein Taschentuch auf dem Tisch auf dem jetzt seine volle Ladung nieder ging.
Ich: gehts dir gut?
Er: ja supi war geil
Ich: das freut mich, meine Premiere 
Er: alle Achtung
Ich: okay, ich erlaube dir dich jetzt zu entspannen
Er: ok gehe jetzt schlafen, danke war toll
Ich: ich danke dir für die Erfahrung!
Er: ciao
Ich: bye
Mein erster Chat, der mich wohl nicht so schnell loslassen wird. Ich will das ganze ja nicht überbewerten, aber wie hat das nun “funktioniert”? Warum bereitet Schmerz Lust? Nur weil beides im Gehirn das gleiche bewirkt, müsste dann nicht jeder Mensch so empfinden? Dank dieser Premiere weiß ich jetzt, zumindest sieht es erstmal so aus, dass ich dem dominanten Part mehr zu getan bin als dem devoten.
